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360 Commerce Juli 10, 2017

Hohe Temperaturen und niedrige Umsätze: Sommerloch im E- Commerce

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Sommer – das bedeutet lange Tage, kurze Hosen (und noch viel kürzere Röcke) und leider oft auch eine Flaute im Onlinehandel. Schließlich sind die meisten Leute gerade irgendwo auf einer Grillparty, liegen am Badesee, sitzen in einer Cocktailbar oder im Flugzeug auf dem Weg in den Sommerurlaub – da bleibt nicht viel Zeit, um durch Onlineshops zu navigieren, Produktbewertungen zu lesen und Preise zu vergleichen.

Warum führen hohe Temperaturen zu Umsatzeinbußen?

Onlinehändler müssen während der Sommermonate mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 30% im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft rechnen. Dieses Phänomen ist schnell erklärt:

  • Im Sommer verbringen die Menschen deutlich mehr Zeit mit Outdoor-
    Aktivitäten. Diese Zeit entfällt in der Regel für potenzielle Einkäufe.
  • Viele Personen legen ihren Jahresurlaub auf den Sommer. Während des
    Urlaubs wird meist weniger online geshoppt als normalerweise.

Je öfter Konsumenten sich außerhalb ihrer eigenen vier Wände bewegen, desto häufiger kommen sie auch in die Versuchung, spontan eines der nahegelegenen Geschäfte zu besuchen, zu stöbern und zu shoppen (sog. Spontan-Käufe). Der stationäre Handel leidet daher sehr viel weniger unter dem „Sommerloch” als vergleichbare Onlinekonkurrenten. Dies bietet Multi-Channel- Händlern die ideale Voraussetzung, um die Sommermonate ohne Umsatzeinbuße zu überstehen, indem

sie das Onlinegeschäft mit channel-übergreifenden Aktionen ankurbeln. Für Online- Pure-Player hingegen ergibt sich die Herausforderung, mit kreativem Marketing, geschickter Produktpolitik und (natürlich!) Rabattaktionen die Kunden vom Badesee direkt in den Onlineshop zu locken.

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Raus aus dem Sommerloch! Aber wie?

Damit Kunden auch im Sommer weiterhin online einkaufen, müssen sich Händler dem Lifestyle ihrer Kunden anpassen, echte Mehrwerte bieten und individuelle Einkaufserlebnisse generieren. Schlagworte wie Personalisierung, Content Marketing und Mobile First sind die Parolen für den Sommer.

1. KUNDEN SIND MOBIL – SIND DIE HÄNDLER ES AUCH?
Der Internetkonsum über Smartphones und Tablets ist nicht mehr wegzudenken und die Zahl der Mobile Shopper steigt immer weiter. Onlinehändler, die es verpassen, ihren Shop responsive oder mobile zu gestalten, haben es (nicht nur) im Sommer besonders schwer, Kunden zu gewinnen, geschweige denn zu halten. Es ist also höchste Zeit, Onlineshops dem Einkaufsverhalten der Kunden anzupassen und an dem Prinzip „Mobile First” auszurichten.

2. GO WITH THE SEASON.
Es ist kein Geheimnis, dass Händler ihr Produktangebot und die dazugehörige Preisgestaltung an saisonale Bedingungen anpassen. Das sollten sie auch tun, um wertvolle Absätze nicht an Mitbewerber zu verschenken.
Stark nachgefragt im Sommer sind Themen rund um:

  • Sommermode (Bademode, Sommerschuhe, Kleider, …)
  • Reisen (Koffer, Travel Gadgets, …)
  • Outdoor (Zubehör für Hiking, Camping, Garten, …)
  • Hochzeiten (Festmode, Geschenkideen, …)
  • Schulanfang (Schreibwaren, Spielzeug, Festmode, …)

Um als Händler mit diesen Themen in den Fokus der Kunden zu gelangen, ist es längst nicht mehr ausreichend, die Produkte prominent im Shop zu platzieren.

Kunden lassen sich in ihrer Kaufentscheidung stark vom visuellen Erscheinungsbild des Shops beeinflussen. So lässt sich beispielsweise über Farben, Bilder und passenden Content sommerlicher Spirit in den Shop bringen.

3. SOCIAL MEDIA IST DAS SPRACHROHR DES SOMMERS.
Mehr Sharing, Liking, Searching – User nutzen Social Media während der Sommermonate bis zu 20% häufiger als sonst. Ganz klar, denn mit der „Meerzeit” kommt auch „mehr Zeit” – und diese nutzt man gern, um sich „öffentlich” am Strand zu präsentieren, nach nahegelegenen Restaurants zu suchen oder Urlaubsbekanntschaften zum persönlichen Netzwerk hinzuzufügen. Für Händler ist der Sommer somit die perfekte Jahreszeit, um ihre Social Media-Aktivitäten zu intensiveren und gezielte Kampagnen zu starten. Händler können dabei simple
„Summer Stories” um ihre Produkte erzählen, sich auf Strände und Reisen beziehen und passende Hashtags nutzen. Mit Gewinnspielen und kreativen Rabattaktionen kann das Engagement der Kunden gesteigert und Begeisterung für Produkte geweckt werden.

4. PERSONALISIERUNG SCHAFFT VERTRAUEN.
Durch personalisierte Produktempfehlungen und individuellen Content können Kaufabschlüsse gesteigert werden. Nicht für jeden Kunden ist Sommer gleichbedeutend mit Strand. Verschiedene „Sommertypen” sollten darum auch
maßgeschneiderte Angebote erhalten. Wie verbringen Kunden den Sommer: Strandurlaub, Wandertour oder Städtetrip? Rooftop-Partys oder Barbecue? Schwimmbad oder Freizeitpark? Händler sollten es herausfinden und ihren Kunden zeigen, dass sie genau die richtigen Angebote parat haben. Personalisierter Content
spielt dabei eine besonders wichtige Rolle, beispielsweise in Form von Newslettern, Videos und Style Guides.

5. VERSANDOPTIONEN PRÜFEN.
Kunden sind im Sommer viel unterwegs – das könnte auch zu Problemen bei der Paketzustellung führen. Multi-Channel- Händler können mit der Option „Delivery to store” eine einfache Lösung bieten und möglicherweise so die Kaufbereitschaft erhöhen. Auch internationaler Versand kann für Kunden eine interessante Option sein, wenn sie beispielsweise mehrere Wochen im Ausland verbringen.

Um der sommerlichen Flaute im E-Commerce ein Ende zu setzen, heißt es für Onlinehändler also nicht „abwarten und Eistee trinken”. Händler sollten sich aktiv um ihre Kunden bemühen, ihr Einkaufsverhalten analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Dann spricht nichts dagegen, dass die Umsätze ebenso wie die Temperaturen im Sommer nach oben gehen.

Fragen? Wir sind hier, um zu helfen!