Jannis Ritterspach
Jannis Ritterspach
Managing Director
Berlin

Creative

Content Produktion trotz Ausgangsbeschränkungen

Durch die aktuelle Covid-19 Situation und die damit einhergehenden Einschränkungen können Content Produktionen, wie Drehs und Fotoshootings, nicht mehr wie gewohnt umgesetzt werden. Doch das bedeutet nicht, dass gar kein Content mehr produziert werden kann. DEPT® hat eine kreative Lösung erarbeitet, wie man trotz sozialer Distanz mit digitalen Hilfsmittel Content produzieren kann.

Audiovisueller Content ist in den sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Durch Krisen und Katastrophen werden viele Firmen gezwungen, kurzfristig ihre Kommunikation den Gegebenheiten anzupassen. Dadurch entsteht ein erhöhter Bedarf an neuem oder angepasstem Content. Bislang konnte dieser Content trotz Krise wie gewohnt durch ein Produktionsteam vor Ort produziert werden. Nun ist es erstmals der Fall, dass eine Krise, ausgelöst durch einen Virus, diese Produktionen unmöglich macht. Drehs in engen Studios mit vielen Menschen, Nähe zwischen den Schauspieler:innen und produktionsbedingte Reisen sind auf einmal nicht mehr möglich.

Dennoch gibt es zaghafte Versuche auch weiterhin Content zu produzieren, über soziale Distanz und mit digitalen Hilfsmitteln. Und die ersten Ergebnisse zeigen, dass Content Produktionen durchaus durchführbar sind und dabei einige neue Chancen ermöglichen. Sie eignen sich vor allem für kleine und weniger komplizierte Projekte, wie beispielsweise in der Zusammenarbeit mit Influencer:innen. Damit das funktioniert, ist eine sehr enge und vertraute Zusammenarbeit von der Agentur, den Influencer:innen und einer Produktionsfirma wichtig, denn bei der Remote Content Produktion werden klassische Arbeitsaufteilungen aufgeweicht, neue Wege beschritten und vor allem wird dabei sehr interdisziplinär gearbeitet.

Fallbeispiel: Otto Kampagne “Mach Zuhause draus”

Eine Woche vor dem Dreh wurden die Ausgangsbeschränkungen erlassen und es war klar, dass weder der geplante Dreh, noch der Plan B mit einem lokalen Produktionsteam realisiert werden kann. Zwar wurden Drehs nicht gesetzlich verboten, aber alle Beteiligten waren sich einige, dass die Gesundheit vorgeht und hier kein Risiko eingegangen werden darf. Eine Möglichkeit war, die Produktion einfach abzusagen oder wie so vieles auf die Zeit “nach Corona” zu verschieben. Stattdessen haben alle nach einer anderen Lösung gesucht und innerhalb von 24 Stunden einen neuen Plan entwickelt, mit dem Content trotz sozialer Distanz produziert werden kann.

Im Großen und Ganzen sah die Lösung so aus: die Influencer:innen wurden vorab intensiv gebrieft und es wurde abgeklärt, welche Produktionsbedingungen zu Hause möglich sind, z. B. welche Technik und welches Dreh-Know-how vorhanden war, da die Influencer:innen den Dreh vor Ort nun selber durchführen mussten. Parallel dazu wurde der Clip inhaltlich auf die allgemeine Situation angepasst. Danach wurde den Influencer:innen fehlende Technik zugeschickt und ein gemeinsamer Technik-Check vorgenommen. Am Drehtag selbst wurden die Influencer:innen intensiv über digitale Channels betreut und beraten, auch alle Abnahmen fanden ausschließlich digital statt. Nach dem Dreh wurde das Material an die Produktionsfirma geschickt, welche sich dann um die Postproduktion kümmerte und die fertigen Videos pünktlich abliefern konnte. 

Chancen und Risiken

Dieser neue Ansatz bringt auch einige neue Chancen mit sich. Durch die intensivere Zusammenarbeit mit den Influencer:innen werden ganz neue kreative Energien freigesetzt. Da die Influencer:innen ihre Clips nun selber inszenieren und filmen – und nicht mehr von einem Drehteam angeleitet werden – sind solche Inhalte von besonders hoher Authentizität geprägt. Ein Faktor, der vom Publikum sehr geschätzt wird. Dadurch, dass die Produktion auf ein Minimum gekürzt wird und z. B. Reisen zum Drehort wegfallen, kann der Dreh auch viel flexibler, schneller und unter Umständen sogar kostengünstiger, umgesetzt werden. Am Beispiel OTTO sieht man, dass die Qualität des Videos nicht darunter leidet.

Allerdings sind nicht alle Projekte für eine Remote Content Produktion geeignet. Große und komplexe Inhalte lassen sich nur schwer umsetzen, da man an die häuslichen Gegebenheiten und Fähigkeiten der Influencer:innen gebunden ist. Meist wissen die Influencer:innen, wie man mit einer Kamera umzugehen hat, allerdings ersetzt das Wissen meist nicht ausgebildete und erfahrene Kameraleute. Technische Probleme können das gedrehte Material schnell unbrauchbar machen. 

Auch nach Corona sollte man die Möglichkeit einer Remote Content Produktion im Hinterkopf behalten, denn nicht immer ist ein Drehteam vor Ort notwendig. Vielmehr sollte auch in Zukunft um die Ecke gedacht und evaluiert werden, welche Art der Content Produktion zum Projekt am besten passt, denn das muss nicht immer der Dreh vor Ort sein. 

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