Sabrina Huwiler
Sabrina Huwiler
Consultant Digital Marketing
Zürich

Depster Story

Mehr als Metaverse: Das sind sechs der nächsten grossen Herausforderungen in der Digitalbranche

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Keine Sorge, die nächsten Zeilen werden sich nicht um den neuesten Hype der Branche, das Metaverse, drehen. Dafür haben wir andere Expert:innen, die das viel besser und einfacher erklären können. Aber ein bisschen hypen möchte ich euch schon: Und zwar für sechs grosse Herausforderungen, die uns in den nächsten Jahren im Digital Marketing begegnen werden.

Als Consultant ist es mein Job, auf Trends, Hypes und neue Challenges gefasst zu sein und unsere Kund:innen bestmöglich darauf vorzubereiten. Ich möchte mit diesem Blogbeitrag zum Denken anregen. Fragen aufwerfen. Denn macht nicht genau dieses stetig wechselnde Umfeld unseren Berufsalltag so unglaublich spannend? Lasst mich euch einen kleinen – kurz kann ich nicht versprechen – Einblick geben, welche sechs digitalen Challenges ich auf uns zukommen sehe. Auf geht’s!

Performance Marketing vs. Kreation – oder geht beides?

Viele Klicks und Reichweite. Das ist ein alltägliches Ziel, das sich Unternehmen auf digitalen Plattformen setzen. Am besten bis in die Haarspitzen optimieren, damit möglichst wenig Media-Budget für die Conversions dran glauben muss. Entsprechend wird die Media-Agentur gebrieft und beauftragt, auf jeden Fall die wichtigsten KPIs im Auge zu behalten. Aber mit welchen Creatives? Was sehen User:innen auf den Werbemitteln, die wir da ausspielen? Gute Frage. Sie müssen einfach klicken, ist häufig der erste Gedanke der Performance Marketeers. Im Gegenteil dazu würde die Kreativ-Agentur wohl argumentieren, dass das Creative unglaublich wichtig ist. Zugespitzte These? Natürlich. Aber genau das ist eine der täglichen Herausforderungen, der sich Unternehmen gegenübergestellt sehen. Wie verbinden wir gute Performance und tolle Visuals? Denn eines ist klar: Die User möchten heute beides.

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Die Cookieless-Future: Das Ende von “echtem” Targeting?

Wie limitieren wir Frequenzen auf Kampagnen oder retargeten User, die z.B die Artikel in ihrem Warenkorb noch nicht gekauft haben? Wie sorgen wir für eine stringente und spannende Customer Journey über mehrere Plattformen hinweg, wenn wir nicht mehr an alle Informationen kommen? Diese Frage werden sich Digital Marketeers auf der ganzen Welt immer öfter stellen müssen. Während Unternehmen wie Apple Themen wie den individuellen Datenschutz weiter vorantreiben, stehen Werbeanbieter:innen und Brands vor der Herausforderung: Wie stellen wir das Targeting der Zukunft sicher? Für viele Marketeers heute bereits herausfordernde Realität. An Lösungen wird eifrig geschraubt und gebastelt – doch was setzt sich am Ende wirklich durch? Gewinnen am Ende gar klassische analoge Werbemittel wieder an mehr Wert?

Alle wollen sie: Aufmerksamkeit

Nicht erst seit Corona nutzen wir immer mehr unterschiedliche Plattformen, um unseren Durst nach Information, Ablenkung und Kommunikation zu stillen. Digitale Plattformen buhlen um die Aufmerksamkeit der User – und das mit Erfolg. TikTok hat uns imposant vor Augen geführt, dass im Kampf um Aufmerksamkeit der Sieger nie wirklich feststeht. Was ist also die Challenge, wenn immer mehr neue Plattformen aufs Parkett treten? Um es so einfach wie möglich auszudrücken: Wie stellen wir als Brand sicher, dass unsere Botschaft kanalübergreifend und doch kanalspezifisch von unserer Zielgruppe wahrgenommen und erlebt werden kann? Brands stehen vor der riesigen Herausforderungen, immer mehr Inhalte für unterschiedliche Kanäle zu produzieren. Eine Mammut-Aufgabe in Anbetracht der sich rasant verändernden digitalen Plattform-Sphäre.

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Generation Ad-Blocker

Wenn wir also allesamt mehr digitale Plattformen nutzen als noch vor ein paar Jahren, steigt entsprechend auch der Werbedruck auf diesen. Wir scrollen durch Feeds und über Hunderte Content-Pieces täglich – und mittlerweile sind viele dieser Inhalte mit kommerziellen Interessen versehen. Doch wie reagiert die neue Generation von Konsument:innen auf diese Entwicklung? Mit einer regelrechten Aversion gegen alles, das nur in entferntester Weise nach Werbung riecht. Auf Plattformen wie TikTok müssen Marketeers komplett umdenken und können mit Ad-Adaptionen von anderen Plattformen nicht mehr punkten. Wie also User erreichen, die keine “Werbung” mehr wollen?

Es gibt (keine) Grenzen

Mehr Plattformen. Mehr Lärm. Mehr los. Immer nur einen Klick oder Swipe entfernt vom nächsten Promi-Shitstorm und der nächsten Nachricht über Kriege und Katastrophen. Die Welten verschmelzen und in der Feed-Economy, in der sich fast alle User heutzutage bewegen, gibt es keine klaren “Rubriken” mehr. Die Breaking News aus der Ukraine folgen auf ein herziges Katzen-Video und werden sofort von der nächsten TikTok-Challenge abgelöst. Wie also betten wir künftig Botschaften unserer Partner:innen in diesen komplexen, sich immer ändernden Kontext ein? Eine Frage, die sich aktuell viele Unternehmen stellen dürften, die aufgrund der Pandemie und der fortschreitenden Digitalisierung immer stärker auf die grossen Content-Plattformen angewiesen sind.

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Abhängigkeit von den Grossen

Ich habe gerade die Abhängigkeit von den grossen Content-Plattformen angesprochen. Natürlich bieten uns Meta, Twitter, Snapchat, Pinterest, YouTube und Co. unglaublich viele neue und tolle Möglichkeiten, digitale Geschichten zu erzählen und diese mit vielen Menschen auf dieser Welt zu teilen – aber dank solchen Mega-Playern können auch gewisse Abhängigkeiten und Bubbles entstehen, deren wir uns manchmal zu wenig bewusst sind.

Es gibt immer wieder Plattformen, die in gewissen Ländern komplett gesperrt werden. So passiert mit TikTok in Indien, dass seit 2020 nicht mehr verfügbar ist. Auch in den USA kam es unter Präsident Donald Trump zur “Ban TikTok”-Debatte. Auf Facebook wird beispielsweise Wahlwerbung in spezifischen Ländern immer wieder ausgesetzt, weil die Gefahr für Missbrauch zu gross ist. Nur ein paar der vielen täglichen Beispiele, die aufzeigen, wie abhängig viele Kommunikations-Massnahmen tatsächlich von den grossen Plattformen sind. Mitunter ein Grund, wieso Podcasts, Newsletter oder auch eigene Websites mit mehr Content eine kleine Renaissance erleben. Man möchte das “Content-Risiko” auf möglichst viele Schultern verteilen. Die Herausforderung scheint somit für fast alle Marktplayer unausweichlich: Wie profitieren wir von den grossen Plattformen und erreichen unsere Nutzer:innen, ohne in eine gefährliche Abhängigkeit zu geraten?

Das sind ganz schön viele Herausforderungen, oder? Und wir kratzen doch gerade nur so an der Oberfläche. Gibt es dafür bereits die One-Fits-All-Solution? Nicht wirklich und die wird es bestimmt auch nie so geben. Unsere digitale Erfahrung entwickelt sich rasend schnell und in ein paar Monaten könnt ihr euch diesen Blogbeitrag vielleicht schon bei einem gemütlichen digitalen Spaziergang durch eines der vielen Metaversen da draussen als gesprochenen Artikel anhören. Ihr habt doch nicht gedacht, dass ich das Metaverse komplett ausser Acht lasse, oder?

Last but not least: Genau all diese Herausforderungen und neuen Dinge sind es doch, die unsere Arbeit und unsere Branche unglaublich vielfältig und toll machen. Wir können jeden Tag aufs Neue bestehende Regeln, Systeme und Trends über den Haufen werfen und von Neuem beginnen. Also, worauf warten wir noch?

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