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Von unseren Depsters June 23, 2020

Augmented Reality auf dem Vormarsch

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Neulich sass ich in einem Webinar und zeichnete mithilfe meiner Handykamera und einer Software, die ich kurz davor heruntergeladen hatte, einen Hamburger auf mein Gesicht. Warum das die Zukunft des Advertising ist, erzähle ich in diesem Blogbeitrag.

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Augmented reality: Was ist das?

Das neue Buzzword im Marketing ist Augmented Reality (erweiterte Realität). AR bedeutet eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch digitale Darstellung von Objekten.

Die Technologie an sich gibt es schon seit Jahrzehnten, das erste AR System wurde vom US Militär Anfang der 90er Jahre entwickelt. Meinen ersten Kontakt damit hatte ich noch in der Universitätszeit um das Jahr 2010, als mein Cousin seine Diplomarbeit in dem Bereich abgeben musste und mich gebeten hatte, zu lektorieren. Mithilfe einer Kamera, die ich damals für sehr teuer hielt, wurden unterschiedliche Farben auf eine Wand projiziert. Gegenstände zwischen der Wand und der Kamera wurden dabei erkannt und in einer anderen Farbe als Schatten dargestellt. Ich erinnere mich, meinen Cousin gefragt zu haben: “Was soll das Ganze eigentlich?”. Er hatte mir geantwortet: “Warte noch ein paar Jahre ab, dann wirst du es besser verstehen…”.

Tatsächlich musste ich nicht allzu lange warten, um bessere Eindrücke von dieser Technologie zu bekommen: Schon 2012 sahen wir die Einführung der mittlerweile gescheiterten, aber zurückgekehrten Google Glasses. 2013 veröffentlichte IKEA einen Katalog, in dem ausgewählte Artikel mithilfe eines Smartphones eingescannt und in die eigene Wohnung projiziert werden konnten. Praktisch, wenn man gerade nicht weiss, ob die Lampe zum Tisch passt.

Langsam begann das Thema AR immer mehr Akzeptanz im Business Umfeld zu bekommen. 2017 veröffentlichte die Harvard Business Review eine Artikelreihe zu Augmented Reality mit einem Plädoyer für AR als Teil der sinnvollen digitalen Strategie eines jeden Unternehmens. Als Bonus gab es für die Leser die Möglichkeit, den Content mittels einer App  einzuscannen, die dann den gesamten Artikel animierte und zum Leben erweckte. Weitere coole Beispiele folgten: Pokemon Go oder das New Yorker Front Cover von Christoph Niemann im Mai 2016.

Wie kann man aber im Advertising von AR profitieren? Soweit sind alle Beispiele ja ziemlich spannend, aber bis auf den IKEA Katalog eher wenig praxisorientiert. Ausserdem scheint AR erhebliche Produktionskosten mitsichzubringen, die nicht jedem Unternehmen zur Verfügung stehen. Beides sind berechtigte Bedenken. Nehmen wir sie unter die Lupe.

Wie kann man mit Augmented Reality einen Mehrwert im Advertising erzielen?

Die Antwort darauf lautet: Filter. Facebook, Instagram und Snapchat sind alles soziale Netzwerke. User sind dort nicht bloss mit dem Ziel aktiv, Content zu konsumieren, sondern auch zu interagieren. Filter sind mittlerweile nicht nur ein Spassfaktor für junge User (Stichwort: witzige Ohren und grosse Augen). Sie sind auch ein Instrument, das Unternehmen einen starken Boost in Sachen Branding geben kann.

Dior ist eine der ersten Marken, die die Macht von AR erkannt und sie sehr originell in der Promotion ihrer neuen Make-up Kollektion eingesetzt hat. In Kooperation mit der digitalen Künstlerin Ines Alpha wurde das 3Dior Make-up für die Promo der Happy 2020 Collection entwickelt. Als Wiedererkennungseffekt für die Marke war das goldwert.

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Dior war ausserdem eine der ersten Brands, die Usern Make-up-Farben und Sonnenbrillen als AR Filter zur Verfügung stellte. So konnten diese erstmals Produkte virtuell testen, ohne in einen Store gehen zu müssen.

Einen Schritt weiter gingen Onlinehändler wie Wemakeup.it und Ray Ban. Sie integrierten ihre Produkte direkt in einen Filter. Das führte nicht nur zu einem stärkeren Branding Effekt in Form von Ad Recall, sondern auch zu einem erheblichen Anstieg der Verkaufszahlen.

Doch AR Filter sind nicht nur auf das Gesicht anwendbar. Sie können oft auch einfach die Umwelt mit digitalen visuellen Effekten bereichern. Eine kreative und einfach Umsetzung hat Adidas für seine retroliebenden Fans gefunden. Die Marke entwickelte einen Filter, der Bilder und Videos im Stil der 80er Jahre aufnimmt passend zum Look and Feel der Retro Schuhe.

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Carlings, ein skandinavischer Retailer, wagte sich 2019 noch weiter vor. Auf einem ihrer weissen T-Shirts erkennt die Instagram Kamera das Logo und bietet Filtermöglichkeiten an, um unterschiedliche Designs auf das T-Shirt zu projizieren.

So kann man mit einem simplen weissen T-Shirt zumindest virtuell auf Instagram mehrere Designs tragen. Ausserdem: Die ganze Kampagne wurde als eine CSR Aktivität konzipiert, denn die T-Shirt Designs enthalten aufsehenerregende Aussagen zum Klimawandel. Ein Teil des Erlöses der T-Shirts ging an eine NGO. Durch die AR Technologie konnte das Unternehmen schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren und das Messaging der Kampagne jederzeit aktualisieren, ohne dabei die Produktion von Tausenden von T-Shirts stoppen zu müssen.

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Welche Ressourcen benötigt man für Augmented Reality?

AR war bis vor Kurzem nur einer kleinen Elite zugänglich, die die Ressourcen dazu hatte, in diese Technologie einzusteigen. Doch mithilfe von Unternehmen wie Snapchat und Facebook wurde dieses Feld in den letzten Jahren stark demokratisiert. Mittlerweile kann man selbst ohne weitreichende Programmierungskenntnisse eigene AR Filter kreieren.

Ich konnte mir dank Spark AR, einer von Facebook getriebenen AR Plattform, innerhalb einer halben Stunde einen Hamburger auf mein Gesicht zaubern. Der Einstieg ist ziemlich einfach und das erklärt auch, warum Facebook mittlerweile eine Community von fast 100.000 Creators hat, die täglich neue Filter entwickeln und die AR Welt in den sozialen Medien vorantreiben.

Natürlich ist der Schwierigkeitsgrad je nach Komplexität des Filters unterschiedlich, Hauptsache ist jedoch, dass die Möglichkeit zum Einsteigen da ist: Spark AR und Snapchat Lens Studio bieten neben einer grossen Community zahlreiche Tutorials an. Es gibt also keine Entschuldigung dafür, AR nicht mehr zu beachten.

Schlussfolgerungen

Bei Dept liegt es in unserer DNA, neue Technologien in unsere Businesslösungen einzubringen und AR ist uns natürlich nicht unbekannt. AR war sogar Teil unseres kreativen Lösungsansatzes für eine Formula E Kampagne. Die Möglichkeiten dieser neuen Technologie sind enorm vielfältig. Mich ärgern zwar die langen Ohren und die grossen Augen in den Stories meiner virtuellen Freunde, doch ich sehe jeden Tag mehr und mehr Kreativität, die mithilfe von AR entsteht. Ich glaube, dass in einem Zeitalter, in dem die Grenzen zwischen der digitalen und der realen Welt miteinander verschmelzen, Augmented Reality sehr viel Potenzial hat.

Deshalb sollte sie auch im Advertising stärker genutzt werden. Unternehmen können dem User mithilfe von AR nicht nur lustige Gimmicks anbieten, sondern auch ihre Branding Massnahmen auf eine neue Ebene bringen. Die Mittel dazu sind zugänglicher als noch vor 5 Jahren. Ich kann jedem empfehlen, Spark AR zumindest aus Neugierde herunterzuladen und 1-2 Tutorials durchzuführen. Lassen Sie sich überraschen. Und wenn Sie Lust haben, den neuen Hamburger Look auszuprobieren, dann klicken Sie doch einfach hier

Fragen? Wir sind hier, um zu helfen!

Hoppla!

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