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NFTs – Here to stay?

Fabienne Schneuwly
Fabienne Schneuwly
Marketing
Zürich
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Als Anfang März dieses Jahres jemand den ersten Tweet der Welt – gepostet durch Twitter-Gründer Jack Dorsey – für 2,9 Millionen US-Dollar kaufte, ging die Schlagzeile um die Welt. Einen Tweet kann man kaufen? In der Tat. Non-fungible Tokens – kurz NFTs – machen es möglich. Aber was ist das eigentlich und warum bezahlen Menschen Millionen dafür? Let me explain.

Was sind NFTs?

Ein Non-fungible Token (NFT) ist eine Dateneinheit in einer Blockchain (hauptsächlich Ethereum), die eine digitale Datei, also zum Beispiel ein Meme, einen Song oder eben einen Tweet repräsentiert. Die digitale Datei selbst kann ohne Probleme geteilt und kopiert werden, so wie das Millionen User auf dem Internet jeden Tag tun. Der NFT allerdings, dieser kryptografische Token, kann auf der Blockchain verfolgt und verwaltet werden. Im Gegensatz zu fungible Tokens, also austauschbaren Dateneinheiten (z.B. Bitcoins), ist ein NFT einmalig und kann nicht repliziert oder zerstört werden. Er ist also quasi eine digitale Besitzurkunde oder ein Eigentumsnachweis und das macht ihn so interessant für alle Arten digitaler “Objekte”. Zum ersten Mal gibt es die Möglichkeit, sie zu handeln, zu sammeln und zu tauschen – revolutionär war hier sicherlich das Spiel CryptoKitties, in dem sich virtuelle Kätzchen – jedes ein Unikat –  adoptieren und züchten lassen.

Warum sind NFTs so erfolgreich?

Auch wenn für einzelne CryptoKitties schon mehr als 300.000 US-Dollar ausgegeben wurden, sehen Expert:innen die Zukunft der NFTs hauptsächlich im Bereich der Kunst. Blockchain als Grundlage des (digitalen) Kunsthandels und -marktes? Das macht aus mehreren Gründen Sinn.

Authentizität

Der Wert eines Kunstwerkes ist abhängig von einer Reihe Faktoren wie der Authentizität, dem Alter und der Anzahl der Besitzer:innen. Gerade bei digitaler Kunst haben Künstler:innen oft das Problem, die Echtheit ihrer Werke zu beweisen. Derzeit kann ein:e Künstler:in ein Kunstwerk auf einem Blog, in den sozialen Medien oder auf einer Website hochladen. Das beweist jedoch nicht die Eigentümerschaft. Durch den Einsatz von NFTs können Künstler:innen ihre Kunst uploaden und die Authentizitäts-Details direkt zur manipulationssicheren Blockchain hinzufügen. Da alles aufgezeichnet wird, kann die Kunst bis zum Eigentümer oder der Eigentümerin und dem ersten Datum ihrer Veröffentlichung zurückverfolgt werden. Das ist auch für Kunsthändler:innen von Vorteil, denn der Nachweis der Authentizität war bis anhin ohne eine:n Kunstexpert:in extrem schwierig – und mit Kunstexper:in extrem teuer.

Demokratisierung

Neben der Problematik der Authentizität lösen Plattformen wie KnownOrigin, die es ermöglichen, digitale Kunstwerke und Sammlerstücke zu präsentieren und als NFTs zu handeln, auch das Problem der hohen Einstiegshürden für Normalsterbliche. Auf gewisse Art und Weise demokratisieren sie den Kunsthandel – jedenfalls den digitaler Kunst. Um digitale Kunst zu kaufen und verkaufen bedarf es keiner besonderen Beziehungen oder Kontakte. Ein Internet-Zugang reicht. Und auch wer nicht beim Auktionshaus Christie’s 69 Millionen US-Dollar für ein Werk von Krypto-Künstler Beeple ausgeben kann oder will findet im Internet reichlich digitale Kunst für ein kleineres Budget.

Zeitgeist

Schliesslich passen NFTs auch perfekt in den Zeitgeist. Obwohl die ersten NFTs bereits 2015 existierten, ist der Hype, der in den letzten Monaten darum entstand, kein Zufall. In einer Welt, die in nur einem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie einen riesigen Schritt in der Digitalisierung gemacht hat und in der sich die Lebensrealität der meisten Menschen mehr denn je online und virtuell abspielt, sind NFTs eine fast logische Konsequenz.

Wie weiter?

Nicht nur Corona und die Digitalisierung, auch Bedenken um Klimawandel und Umweltschutz gehören zum Zeitgeist. Und hier sieht es im Bezug auf NFTs nicht rosig aus. Da NFTs die gleiche Blockchain-Technologie wie die energiehungrigen Crypto-Currencies verwenden, verbrauchen sie auch eine Menge Strom. Die Treibhausgasemissionen sind hoch, die Rede ist teils von einem „ökologischen Albtraum”. Einzelne Künstler:innen haben sich deshalb dazu entschieden, ihre Kunst nicht als NFTs anzubieten. Ethereum handelt nun und hat angekündigt, den Energieverbrauch um 99 % zu reduzieren.

In der Zwischenzeit hält der Hype um NFTs an. Und er wird auch für Brands interessant. So hat Nike eine Methode patentiert, mit der die Echtheit von Sneakers mit Hilfe eines NFT-Systems geprüft werden kann. Der Name der Turnschuhe? CryptoKicks. Auch im Entertainment und Fashion Bereich – dem Holy Grail für NFTs – zeigen Brands grosses Interesse. Während Künstler:innen-Kollaborationen und Sammlerstücke für Marken nichts Neues sind, eröffnen NFTs eine komplett neue Möglichkeit der Co-Kreation. Man darf gespannt sein, was in Zukunft noch alles als NFTs angeboten werden wird.

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