Überspringen und Hauptinhalt zeigen

Von unseren Depsters Oktober 01, 2018

Keine Idee ist zu skurril für Erik Kessels

Erik Kessels - Dept Festival

Kreativität ist eine interessante Sache. Wann ist Ihre Arbeit kreativ? Wann ist sie gut genug? Spielt unser Verlangen nach Perfektion eine Rolle oder sollten wir es einfach ignorieren? Beim diesjährigen Dept Festival spricht Erik Kessels über die Werbe-Welt und warum Fehler und außerhalb der Linien malen nicht so dramatisch sind, wie wir denken.

Als Junior in einer Digitalagentur voll mit kreativen Leuten arbeiten kann sehr aufregend sein. Denken Sie an das Gefühl, das Sie am ersten Schultag hatten. Mit all den neuen Leuten um einen herum versucht man stets, seine beste Seite zu zeigen während man jeden Tag neues von seinen Kollegen lernt.

Eine Person, die Ihnen viel über die kreative Welt beibringen kann, ist Erik Kessels. Das Multitalent co-gründete die bekannte Kommunikationsagentur KesselsKramer und arbeitet außerdem als Verwalter, Redakteur und Künstler. Während das Zirkuszelt beim Dept Festival sich mit Menschen füllt, ist er bereit uns einige gute Tipps zur Kreativität zu geben. Auch wenn man sich vielleicht wie ein Erstsemester fühlt, wenn man frisch in die Karriere startet, gibt es vier Fragen die man sich vielleicht in der Schule gestellt hat – aber in der kreativen Berufswelt ruhig auslassen kann:

1. “Habe ich keine Fehler gemacht?”

Von klein auf wird uns beigebracht, dass Fehler desaströs sein können. Sie können dich deinen Multiple-Choice-Test, deinen Führerschein oder deine erste Liebe kosten. In der kreativen Welt ist es ein wenig anders. Obwohl Fehler machen keine Lizenz dafür ist, ständig Dinge zu ruinieren, erklärt Erik warum Fehler auch oft zu neuen Einsichten leiten. “Es ist menschlich, Dinge manchmal falsch zu machen, und lustigerweise geben diese Fehler mir eine Menge Inspiration. Nehmen Sie zum Beispiel eine falsch aufgehängte Anzeigetafel. Hätten die Menschen sie in dem Ausmaß bemerkt, wenn sie richtig gehangen hätte?” Um Fehler und Unvollkommenheiten zu feiern, hat Erik diesen und viele andere großartige Fehler in seinem Buch “Failed It!” zusammengefasst.

2. “Ist meine Arbeit perfekt genug?”

Ob alt oder jung, ob man an diesem einen Schulprojekt oder an der Idee für einen coolen Kunden arbeitet, wir streben alle nach Perfektion. “Perfektion sollte niemals der Startpunkt für eine kreative Idee sein”, argumentiert Erik. “Eine starke Idee kann auch einfach sein und muss nicht von jedem geliebt werden. Sie machen Ihre Arbeit nicht, um jedem zu gefallen.”

Als Beispiel nutzt Erik das I Amsterdam Logo. Eine ziemlich offensichtliche Idee, die nicht sofort von allen Amsterdammern gutgeheißen wurde. Jetzt, nahezu fünfzehn Jahre später, ist diese Städtekampagne immer noch immens populär. “Und wir hatten diese Idee sehr schnell, sagen wir fünf Minuten nach dem Briefing.”

3. “Sollte ich vielleicht auch innerhalb der Linien malen?”

Ach, der Kindergarten. Während Sie damals schon außerhalb der Box gedacht haben, sahen Sie Ihren Klassenkameraden sein Malbuch ausfüllen, innerhalb der Linien – “so wie es sein sollte”. Langweilig, denkt Erik. “In der Werbewelt ist viel zu viel das Gleiche! Wagen Sie sich und seien Sie extrem und explizit. Wenn Sie auf dem sicheren “Mittelweg” bleiben, wird niemand Ihre Idee bemerken. Gehen Sie Risiken ein!”

Er gab einem Düsseldorfer Museum neuen Schwung, weil er Dinge anders anging. Keine steife Firmenidentität, sondern Wegweiser, Informationsschilder und Werbematerial, das keine Wünsche auslässt. Dadurch entsteht kein langweiliger Standard, sondern ein verspielter und inspirierender Stil, der zum Nachdenken anregt.

4. “Nein, das kann ich nicht wirklich tun, oder?”

“Manchmal kommen einem Ideen oder Dinge unmöglich vor. Das sollte Sie als kreative Person niemals stören”, fügt Erik hinzu. Seien Sie mutig und verwerfen Sie Ihre Idee nicht sofort. Das Zirkuszelt beginnt zu lachen, als Erik Ihnen ein wenig der Arbeit zeigt, die für Hans Brinker gemacht wurde. “Dieses Budgethotel in Amsterdam war unser erster Kunde und nicht wirklich der Ort, wo man morgens seine Augen öffnen will.”, erklärt er. “Also, wie verschönern wir dieses Bild? Indem wir es besser klingen und aussehen lassen, als es ist?”

Bei KesselsKramer wurde entschieden, dass Ehrlichkeit die beste Strategie ist. Das funktionierte sehr gut. Indem das Budgethotel als “schlechtestes Hotel der Welt” beworben wurde, wurde es nicht nur immer beliebter bei Backpackern, sondern sowohl die Erwartungen als auch die negativen Reaktionen gingen zurück. Dadurch wurde der Weg für weltweite Aufmerksamkeit der Medien geebnet. Von Italien nach Australien, sowohl in der NRC als auch der Daily Mail.

Fallen und aufstehen

Sobald man das Zelt verlassen hatte, war es eine Erleichterung zu wissen, dass ein Mann wie Erik Kessels der Meinung ist, dass Fehler machen nicht gleichbedeutend ist mit Versagen. Fünf Minuten später habe ich dieses Versuch-und-Fehler-Prinzip ziemlich schnell getestet, als ich aus dem Zelt stolperte. Auch wenn die Tücke dieses Mal der Sandboden in Thuishaven war und nicht die Arbeit an einer kreativen Idee. Aber hey, wir müssen alle irgendwo als Kreative anfangen.

Fragen? Wir sind hier, um zu helfen!

Hoppla!

Wenn Sie dies lesen, können Sie das Formular, das hier sein sollte, leider nicht sehen. Sie haben wahrscheinlich einen Werbeblocker installiert. Schalten Sie den Werbeblocker aus, um das Formular zu sehen. Es funktioniert trotzdem nicht? Öffnen Sie diese Seite in einem anderen Browser oder setzen Sie sich mit uns in Verbindung: [email protected]