Überspringen und Hauptinhalt zeigen

Design & Technologie Mai 21, 2019

5 unterschätzte Trends, die Sie kennen sollten

Image

Wie würde Ihr Leben aussehen, wenn Sie Chancen erkennen könnten, die andere übersehen? Bestsellerautor und Innovations- und Marketingexperte, Rohit Bhargava hat es sich zur Aufgabe gemacht, Marken dabei zu unterstützen, unerkannte Potenziale zu entdecken, um Innovation voranzutreiben. Während seines Keynote-Vortrags auf dem SxSW 2019 teilte er seine Sicht auf die Trends, die seiner Meinung nach unsere Welt in den nächsten zwölf Monaten prägen werden.

Der Kontext unserer modernen Welt macht es uns schwer, das Nichtoffensichtliche zu nutzen: Wir vertrauen oft auf nicht hinterfragte Vermutungen, leben aber gleichzeitig in einer Welt ständiger Disruption. Unsere Erwartungen sind unerreichbar hoch, während Social Media und Fake News uns in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise gestürzt haben. Wir sind äußerst skeptisch, und es fällt uns schwer, Vertrauen aufzubauen.

Design ohne Beutel

Wenn wir es jedoch schaffen, nicht auf den ersten Blick ersichtliche Potenziale zu nutzen, sprechen die Erfolge für sich. Bhargava nennt den Durchbruch von Dyson als Paradebeispiel für den Triumph des Nichtoffensichtlichen. Frustriert über die eingeschränkte Leistung von Staubsaugern mit Beutel machte sich James Dyson an die Entwicklung eines beutellosen Modells. Das Ergebnis ist ein heute 3 Milliarden Dollar schweres Staubsaugerimperium. Während erfolgreiche und etablierte Staubsaugerhersteller sich auf die Verbesserung der Qualität ihrer Staubsaugerbeutel konzentrierten, betrachtete Dyson das Problem aus einem ganz anderen Blickwinkel und läutete damit einen Paradigmenwechsel in der Branche ein.

Informationen Gewinnen

Bhargava ist ein leidenschaftlicher und dynamischer Redner – auch wenn es darum geht, seine Erkenntnisse über das Nichtoffensichtliche mit Marken zu teilen. Er versteht sich als Ideenkurator, aus dessen Fundus man sich gerne bedienen möge. Bhargava sammelt im Zeitraum eines Jahres Informationen aus verschiedensten Quellen (online und offline, in Zeitungen, Kochbüchern und durch Befragung von anderen Menschen, um nur einige zu nennen). Diese Informationen legt er in physischer Form ab, um später Trends daraus abzuleiten. Er vergleicht diesen Prozess mit dem Sammeln von Flugmeilen, die man idealerweise auch nicht sofort wieder verbrauche, sondern für eine spätere Reise spare.

Seine Informationssammlung sei eine einzigartige, kuratierte Beobachtung der Gegenwart im schnellen Wandel – und damit der erste Schritt zur Identifizierung nicht auf den ersten Blick offensichtlicher Themen. Sein nächster Schritt ist eine große Sortierübung, um diese Informationen zu gruppieren. Darauf Bezug nehmend stellt Bhargava eine Liste nicht offensichtlicher Trends zusammen, die Marken helfen können, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Das Beste daran: Er gibt sogar Tipps, wie wir auf diese Trends reagieren sollen. Hier sind fünf der Trends, die wir seiner Meinung nach 2019 kennen sollten:

1. RETRO-VERTRAUEN

Da sie nicht wissen, wem sie überhaupt trauen können, wenden sich die Verbraucher in ihrer Unsicherheit bevorzugt an Unternehmen und Marken, mit denen sie entweder schon persönliche Erfahrungen gesammelt haben oder die sie aufgrund ihres großen Namens kennen. Beispielhaft für den Retro-Trend sind die Wiederauferstehung von Vinyl, die bewusste “Entsmartung” von Mobiltelefonie hin zu einfacheren Modellen und die zunehmende Popularität nostalgischer Erlebnisse. Bhargava empfiehlt die Zusammenarbeit mit Marken und Produkten, die “retro” verkörpern, um Nutzen aus diesem Trend zu ziehen.

2. MÄNNLICHKEITSVERWIRRUNG

Die zunehmende Selbstbestimmung von Frauen und die Neuformulierung von Geschlechterrollen sorgen für breite Verwirrung darüber, was es heutzutage überhaupt bedeutet, ein Mann zu sein. Am Tag nach dem Internationalen Frauentag 2019 nannte Bhargava mehrere Beispiele für die Unsicherheit der Männer bezüglich ihrer Position im sich ändernden Kontext im Allgemeinen und speziell am Weltfrauentag. Er empfiehlt, dass unsere Antwort auf diesen Trend darin bestehen sollte, die Nichtkonformität mit alten Stereotypen zu fördern.

3. INNOVATIONSNEID

Die Angst vor Veränderung treibt Entrepreneure, Unternehmen und Institutionen dazu, ihre innovativeren Wettbewerber mit Neid und Argwohn zu beäugen und gleichzeitig geradezu verzweifelt zu bewundern. Das Resultat sind häufig Copycats, die glauben, ein Kickertisch im Büro führe automatisch zu mehr Kreativität und besserer Zusammenarbeit, oder ein Hackathon sei die Patentlösung für jedes Problem – ganz egal, ob das im gegebenen Kontext überhaupt Sinn macht. Stattdessen sollten Unternehmen offensiver agieren, um nachhaltige und wirklich sinnvolle Strategien zu entwickeln.

4. ARTIFICIAL INFLUENCE

Urheber, Unternehmen und sogar Regierungen nutzen virtuelle Inszenierungen, um die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen, Produkte zu verkaufen und Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Laut The Drum sind 15% aller Twitter- und mehr als 60 Millionen Facebook-Accounts gefälscht. Wir leben in einer Welt, in der virtuelle Influencer Einfluss auf unsere Entscheidungen im wirklichen Leben haben. Nicht die Existenz des Künstlichen macht diese Geschichte so komplex, sondern dessen Wahrnehmung in der Realität. Wie reagiert man darauf? Mit Ehrlichkeit und Transparenz.

5. FEINFÜHLIGE FIRMEN

Empathie wird zur treibenden Kraft hinter Innovation und Umsatz und zum Unterscheidungsmerkmal für Produkte, Dienstleistungen, Anstellungen und Erfahrungen. Der britische Supermarkt Tesco bietet beispielsweise entspannte (also langsamere) Kassen an, um das Einkaufserlebnis für empfindliche Personen weniger nervenaufreibend zu gestalten. Herbal Essences setzt auf ein empathisches Verpackungsdesign, das durch taktile Unterscheidungsmerkmale schon beim Halten der Flasche verrät, ob es sich um Shampoo oder Conditioner handelt. Bhargava ermutigt uns, diesen Trend aufzugreifen und “made with empathy” als Geschäftsstrategie zu nutzen.

FAZIT

Bhargava wirkt wie ein moderner Weiser. Er fordert uns auf, aufmerksam zu sein und uns Zeit zu nehmen, über die Informationen nachzudenken, die uns tagtäglich umgeben. Seine Methode der Ideenkuration ist im Wesentlichen die physische Konkretisierung dieses Ansatzes und – gemessen am täglichen Durcheinander, das unseren Alltag prägt – ein willkommener Stimulus. Seine nicht offensichtlichen Trends sind keine Zukunftsmusik; sie sind eine dezidierte Beobachtung dessen, was jetzt bereits passiert. Sich darauf zu stützen, wird dabei helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Fragen? Wir sind hier, um zu helfen!

Hoppla!

Wenn Sie dies lesen, können Sie das Formular, das hier sein sollte, leider nicht sehen. Sie haben wahrscheinlich einen Werbeblocker installiert. Schalten Sie den Werbeblocker aus, um das Formular zu sehen. Es funktioniert trotzdem nicht? Öffnen Sie diese Seite in einem anderen Browser oder setzen Sie sich mit uns in Verbindung: [email protected] [email protected]