Skip and go to main content

Von unseren Depsters October 29, 2019

Misserfolge als Kapitel in Erfolgsgeschichten

Image

Lukas Stuber hielt beim Dept Festival 2019 einen inspirierenden und ungewöhnlichen Vortrag. Inspirierend, weil der Inhalt einen philosophischen Charakter trug. Ungewöhnlich, weil es unüblich ist, dieses Thema öffentlich anzusprechen – Misserfolge.

Misserfolge sind wohl deshalb ein unbeliebtes Gesprächsthema, weil sie als negativ gewertet werden. Denn wir tendieren dazu, diese isoliert zu betrachten. Treten wir aber einen Schritt zurück und verorten ein solches Erlebnis als Bestandteil der grossen (Lebens-) Geschichte, merken wir oftmals, dass er genau dort hingehört. Dass er eine wertvolle Erfahrung war, die den Erfolg erst möglich machte.

In seinem Vortrag, teilte Lukas mit uns seine grössten Missererfolge. Diese nicht zuletzt auch kuriosen Begebenheiten haben eine Sache gemeinsam: Sie stellten Weichen auf seinem Weg – Richtung Erfolg. Lesen Sie jetzt die Kurzzusammenfassung und lassen Sie sich nicht das Video zum Referat entgehen.

Ein bittersüsseR Effekt

Misserfolge haben einen schlechten Ruf. Das ist einleuchtend, aber schade: Denn oftmals sind Erfolge ohne ihr Gegenteil schlicht nicht zu haben. Meine Karriere als Unternehmer beispielsweise geht auf einen kolossalen Misserfolg zurück. Denn vor dreissig Jahren war es keineswegs mein Ziel, eine Firma zu gründen; mein Ziel war es, den Nobelpreis für Literatur zu gewinnen.

Ich arbeitete zehn lange Jahre daran. Ich schrieb Roman um Roman, fand aber keinen Verleger, sondern stapelte bloss Absagebriefe aufeinander. Beim vierten Manuskript klappte es: Ein namhafter Schweizer Verlag akzeptierte meinen Text, ein Jahr später kam mein Erstlingsroman auf den Markt, es war ein erhebender Moment. Doch leider verunzierte ein Druckfehler den Schutzumschlag: Auf dem Einbandrücken hiess es nicht «Lukas Stuber», sondern «Luklas Stuber», was mir bis heute peinlich ist. Ausserdem wollte kaum jemand meinen Roman lesen: Über den Ladentisch gingen gerade mal ein paar hundert Exemplare.

Das Ergebnis meiner Arbeit war also ein internationaler Worstseller mit fehlerhaftem Autorennamen, und ausserdem mangelte es mir (ich hatte schliesslich schreiben müssen) an jeglicher Ausbildung, die mich fit für ein Berufsleben gemacht hätte. Den Nobelpreis kriegte ich übrigens auch nicht.

Chancen ergreifen

Ich sah nur einen Ausweg: Ich wechselte ins digitale Marketing.

Erstens brauchte es dafür damals keine Ausbildung, da sowieso niemand wusste, wie das ging; zweitens wurde ich – im Unterschied zum Schriftstellerdasein – anständig bezahlt; und drittens, dachte ich mir, würden schnelle Ergebnisse zu erzielen sein.

Wie wahr: Meine ersten Google-Kampagnen (ich erstellte sie für einen Schweizer Billighoster) generierten binnen einer Nacht spektakuläre 985’000.- Franken Klickkosten. Nicht gerade ideal, aber ein Augenöffner, der letztlich zur Gründung der nachmals Yourposition getauften Firma führte. Sie wuchs brav an, und wir glaubten nach ein paar Jahren alles zu wissen, bis mich ein Kunde angesichts unserer arrogant zur Schau getragenen Allwissenheit und eher behäbigen Herangehensweise als «Arschloch» bezeichnete. Das wiederum führte zu unserem Durchbruch in Sachen Automatisierung und Skalierung, was unser Wachstum stark beschleunigte. Dummerweise verloren wir dabei nach und nach die Kosten aus den Augen, bis wir auf einmal kurz vor dem Kollaps standen. Doch auch das überwanden wir, wurden dabei zur besseren Firma und 2018 schliesslich Teil von Dept, einer der am schnellsten wachsenden Digitalagenturen der Welt.

Misserfolge als Geschichtenmaterial

Eine Erfolgsgeschichte, kein Zweifel. Eine aber, die sich genauso gut als Kette von Fehlern und Ungemach erzählen lässt. Denn erst rückblickend wird oft klar, wie untrennbar Erfolg und Misserfolg miteinander verbunden sind.

Wie man mit Misserfolgen umgeht, müssen wir wohl alle für uns selber herausfinden. Ich zum Beispiel verkrieche mich jeweils im nächsten Starbucks und verwandle im Geist einen Misserfolg in eine Geschichte, die ich gerne erzähle. (Beispielsweise an einem regnerischen Nachmittag in Amsterdam, so wie im Video weiter unten.) 

Auf diese Weise hört der Misserfolg auf, etwas Böses zu sein, das mir widerfahren ist, und er wird stattdessen zum Kapitel meiner Geschichte. Und Geschichten erzähle ich – man besehe sich nur mein ursprüngliches, womöglich etwas hoch gesetztes Nobelpreisziel – gern.

Image

Fragen? Wir sind hier, um zu helfen!

Hoppla!

Wenn Sie dies lesen, können Sie das Formular, das hier sein sollte, leider nicht sehen. Sie haben wahrscheinlich einen Werbeblocker installiert. Schalten Sie den Werbeblocker aus, um das Formular zu sehen. Es funktioniert trotzdem nicht? Öffnen Sie diese Seite in einem anderen Browser oder setzen Sie sich mit uns in Verbindung: [email protected]