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Digital Marketing November 05, 2019

«Visual Search» auf dem Vormarsch: Wie sich die Google-Bildersuche verändert

Visual Search & Bildersuche unter der Lupe

Lange Zeit haben Bilder im Bereich der Google-Optimierung eine Nebenrolle gespielt. Doch im Zuge neuer Suchintegrationen («Direct Answers», «Featured Snippets», «Knowledge-Graph-Cards» etc.) und dem Voranschreiten künstlicher Intelligenz (KI) wird die Bildersuche immer wichtiger. Wir zeigen, wie Bilder-SEO heute funktioniert und was es mit der sog. «Visual Search» auf sich hat.

1. Grundlagen der Bilderoptimierung

Um überhaupt eine Chance auf werthaltige Bilder-Rankings bei Google (und anderen Suchmaschinen) zu haben, gelten nach wie vor die Regeln des klassischen Bilder-SEO. Diese lassen sich unterteilen in «Onpicture», «Onpage» und «Offpage»:

1.1 Onpicture

Gemeint sind alle Faktoren, die direkt mit dem Bild zusammenhängen – also Motiv, Bildmasse, Bildversionen je Device, Dateigrösse, Dateiname etc.

1.2 Onpage

Hierzu zählen Alt-Text, umliegender Text, Title-Attribut, Bildunterschrift usw. Es geht um all jene Punkte, die bei der Einbindung eines Bildes auf der Webseite optimiert werden können.

1.3 Offpage

Zu guter Letzt gibt es noch Faktoren, die mit der Verbreitung im Web selbst zusammenhängen: thematische Konsistenz, Popularität, Trust, Autorität, Klickrate.

Vereinfacht gesagt bekommt ein Bild die meisten Rankings, wenn …

  • das Bild in hochwertiger Qualität eingebunden ist, 
  • ein stimmiges Bildformat verwendet wird (4:3 oder 16:9),
  • ein aussagekräftiger und keywordhaltiger Dateiname vorliegt,
  • Alt-Text, umgebender Text, Title-Text und Bildunterschrift (sofern vorhanden) entsprechend gepflegt sind (sie sollten ebenfalls Keyword-optimiert sein) sowie
  • das Bild in thematisch passenden Kontexten möglichst häufig auf anderen Websites repliziert wird.

Wer sich tiefergehend mit Bilder-SEO auseinandersetzen möchte, dem sei das Fachbuch von Martin Missfeldt empfohlen.

2. Automatisierte Bild-Analyse und Objekt-Erkennung dank maschinellem Lernen

Google ist mittlerweile in der Lage, Objekte und Bilder selbstständig auszulesen und z.B. die Mimik und Gestik einer Person zu deuten. Wer das einmal selbst ausprobieren möchte: Die Demo-Version der sog. «Cloud Vision API» steht im Web kostenlos zur Verfügung. 

Hier ein Selbstversuch:

Die «Cloud Vision API» von Google im Einsatz

Wie man im gewählten Beispiel sehen kann, ist die «Cloud Vision API» mühelos in der Lage, meinen Gemütszustand («Joy») auf dem Foto zu interpretieren. Neben dem Reiter «Faces» gibt es noch weitere Tabs, die interessante Aufschlüsse zur Leistungsfähigkeit des Tools liefern. Ausprobieren lohnt sich! 

Tipp: Die Resultate lassen sich wunderbar im SEO-Alltag nutzen, um für Bilder die passenden Keywords zu finden. Allerdings ist die «Cloud Vision API» nur auf Englisch verfügbar.

3. «Visual Search»: Der neue Trend!

Seit November 2018 spielt Google in der Bildersuche vermehrt Werbeanzeigen aus. Zudem sind die sog. «Shoppable Ads on Google Images» auf dem Vormarsch (in den USA bereits mobil verfügbar):

Shoppable Ads on Google Images

Es findet somit gerade eine Monetarisierung der Bildersuche statt.

Rasant entwickelt sich auch der Bereich «Augmented Reality». Spannend sind in diesem Zusammenhang v.a. folgende Neuerungen …

Augmented-Reality-Integration direkt in der Google-Suche
  • Objekt-Erkennung, Übersetzungsdienst u.v.m. mit Hilfe von «Google Lens»:
Übersetzung mit Google Lens
Augmented-Reality-Funktion in Google Maps

Zugegebenermassen sind andere Suchsysteme wie Pinterest schon länger im Bereich der «Visual Search» aktiv. Denn bereits vor Einführung von «Google Lens» (zunächst als «Google Goggles» bekannt) konnten Nutzer beispielsweise mit Hilfe von «Pinterest Lens» Objekte scannen und mit passenden Pins versehen.

Wie bei der «Voice Search» hat Google die «Visual Search» also nicht als erstes entdeckt, jedoch trägt Google massgeblich zur Weiterentwicklung und Skalierung bei, sodass aus dem Trend in absehbarer Zeit ein Mega-Trend werden dürfte.

Um die beiden Gebiete Bildersuche und «Visual Search» definitorisch auseinander zu halten, gibt es folgende Faustregel:

  • Bildersuche = Es wird nach einem Bild gesucht (mit Hilfe von Text).
  • «Visual Search» = Es wird mit einem Bild gesucht (an Stelle von Text).

Innerhalb der «Visual Search» lassen sich verschiedene Untertypen abgrenzen …

  • «Reverse Image Search» (von Google entwickelt),
  • «Related Search» (ursprünglich von Pinterest, wird z.B. auch von Shutterstock eingesetzt),
  • «Filtered Search» und «Deep Image Search» (als Weiterentwicklung der «Related Search») sowie
  • «Augmented Reality Search» (z.B. via Google Lens).

Weitere Informationen zu den Feinheiten der «Visual Search» bietet z.B. dieser Beitrag

4. Was heisst das für SEO und SEA?

Neben den oben genannten klassischen Faktoren der Bilderoptimierung (Bilder-SEO) sollten Webmaster in Zukunft auf die sog. «Canonical Poses» ihrer Bilder achten. 

Gemeint ist damit Folgendes: Bevor ein Ranking-relevantes Bild z.B. in einem Online-Shop live gestellt wird, sollte geklärt werden, ob die KI von Google u. Co. das jeweilige Bildobjekt (z.B. eine Hose) korrekt erkennen kann. Hierzu ist es notwendig, dass das Bildobjekt in einer für die KI eindeutigen Perspektive aufgenommen wird. 

Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen das eindrucksvoll. Nur im jeweils ersten Fall kann das Bildobjekt richtig interpretiert werden:

Beispiele für Canonical Poses

Wie das geht? Momentan am besten mit Hilfe der App «Google Lens». 

Vorgehen:

  1. App «Google Lens» herunterladen.
  2. Das betreffende Bild mit der App scannen.
  3. Prüfen, was «Google Lens» erkennt.

5. Fazit

Der technologische Wandel macht sich verstärkt in der Bildersuche von Google u. Co. erkennbar. Neben den klassischen Regeln des Bilder-SEO kommen weitere Faktoren, wie die «Canonical Poses», hinzu. Wer als Online-Marketing-Verantwortlicher weiterhin erfolgreich sein möchte, sollte sich näher mit der «Visual Search» auseinandersetzen und die Möglichkeiten von Google Lens nutzen. 

Benötigen Sie Unterstützung bei der Optimierung Ihrer Bilder? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Hoppla!

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