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Digital Marketing April 04, 2018

Recap: Online Marketing Rockstars 2018

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Höher, schneller und weiter! Diesem Motto bleiben die Veranstalter der Online Marketing Rockstars auch 2018 treu. Die Messenhallen werden grösser, die Anzahl der Besucher steigt weiter und die Liste der zur Unterhaltung beitragenden Künstler aus der deutschen HipHop-Szene wird länger. Silvan und ich haben uns auf der Konferenz umgesehen.

An zwei Expo-Tagen und einem Konferenztag der Online Marketing Rockstars (OMR)  trifft sich die Marketing-Branche in den Hamburger Messehallen um zu networken, fachsimpeln und Kontakte zu pflegen – und ganz wichtig: um sich von bekannten Grössen aus der internationalen Marketing-Szene auf der Konferenzbühne inspirieren zu lassen.

Wie in jedem Jahr eröffnet Gründer und Veranstalter Philipp Westermayer die Konferenz und gibt in seinem «State of the German Internet» einen Überblick über aktuelle Trends im Markt und Entwicklungspotentiale, um sich von der Konkurrenz abheben zu können. Hierbei gibt es einige spannende Aussagen, die sicherlich auch im Schweizer Markt gut aufgenommen werden.

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So meint Philipp Westermayer, dass es auch Stand 2018 noch kein wirklich gelungenes Beispiel für gutes CRM Marketing gibt. Die Kluft bewegt sich zwischen persönlich adressierter Bombardierung mit allen Waffen des Online-Marketings wie es Online-Grössen wie booking.com vor machen und der sehr stark personalisierten Ansprache mit emotionalen Bildern und Texten seitens kleiner Tourismusanbieter, deren Methodik so aber nicht skalierbar ist. Was lernen wir daraus: Der Zug ist nicht wirklich abgefahren.

Es gibt noch genug Platz, sich mit guten Marketing-Lösungen zu differenzieren. Die Frage wird nur sein, wie stark sich so etwas in Zukunft automatisieren lässt, ohne den persönlichen Aspekt der Kundenansprache zu vernachlässigen.

Polarisierende Inhalte

Wer bereits 2017 auf der Online Marketing Rockstars-Konferenz in Hamburg war, weiss, dass es immer wieder kontrovers diskutierte Speaker und Inhalte auf der grossen Bühne gibt. Im vergangenen Jahr war das der Beitrag von Cambridge Analytica-CEO Alexander Nix. Cambridge Analytica und Facebook sind momentan berechtigterweise harscher Kritik ausgesetzt. Dies, seit bekannt wurde, dass Cambridge Analytica die Daten von 50 Millionen Facebook-Usern für Donald Trumps US-Wahlkampf missbraucht haben soll.  Dieser Kritik schliesst sich an der diesjährigen OMR der Professor Scott Galloway der NYU Stern School of Business nahtlos an. In einem mit Daten gefütterten Beitrag hegt er starke Kritik an den Methoden der GAFA-Unternehmen (Google, Amazon, Facebook, Apple). Darin kritisiert er unter anderem die Entwicklung grosser Player auf Kosten kleiner Anbieter, insbesondere Amazon steht dabei immer wieder in der Kritik. Scott Galloway glänzt dabei aber weniger durch seine Bühnenpräsenz (aufgrund eines Schneesturms in den USA konnte er nicht nach Hamburg reisen und wurde stattdessen live zugeschaltet) sondern durch die sehr strukturierte Argumentation und Veranschaulichung, was die Marktmacht der Big Tech-Firmen für Einflüsse hat. Sein Standpunkt: klar ist es für Marketeers schön, wenn sie ihre Zielgruppe granular segmentieren und bewerben können. Die Frage ist nur, in welchem rechtlichen Rahmen und zu welchem Preis das getan wird. Nicht alles, was aus Marketer-Sicht schön und praktisch ist, würden wir 1 zu 1 auch im privaten Umfeld oder der privaten Nutzung gut finden. Auch dieser Fakt könnte einem bereits zu denken geben.

Dass der Vortrag generell gut angenommen wurde, zeigt auch der Post im Ticker von 11Freunde, der die Konferenz humoristisch begleitete:

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Marketeers = Marktschreier?

Im Zuge unzähliger Präsentationen an diesem Tag war der Vortrag von Scott Galloway sehr erfrischend. Herrlich kritische Worte in einer Branche, die sich an diesem Wochenende wieder selbst gefeiert hat. Was gut und recht ist. Jedoch zeigt dieser Konferenz-Beitrag sehr gut, dass es nicht immer notwendig ist, laut zu schreien, um gehört zu werden. Das saubere und fachkundige Argumentieren kam an diesem Wochenende auch wieder deutlich besser an als das marktschreierische „Marketing Bla Bla“, dass unserer Branche gerne nachgesagt wird. Ein paar solche Beispiele der inhaltslosen Selbstbeweihräucherung gab es zwar auch an der OMR. Den meisten Konferenzteilnehmern ging das aber sichtlich auf die Nerven. Und auch wir liessen diese Referate aus und griffen stattdessen lieber zu den mit Getränken und Snacks ausgestatteten Festival-Kühlschränken, tauschten uns mit Freunden und Konferenz-Besuchern aus.

Meine Bilanz

Generell setzt die Online Marketing Rockstars das Spiel aus Unterhaltung und fachlichem Austausch gut um. Die Balance zwischen Spass und Arbeit stimmt. Mit 40‘000 Besuchern insgesamt und allein 7‘000 Besuchern auf der Konferenz erreichte die Online Marketing Rockstars dieses Jahr sogar einen neuen Besucherrekord. Und reicht damit auch an den deutschen Branchenprimus dmexco heran, dem in meinen Augen etwas die Lockerheit fehlt.

Wie man sein Tagesprogramm gekonnt auflockern kann zeigen die Online Marketing Rockstars in ihrem musikalischen Line-Up immer wieder aufs Neue. Während 2017 die “Fanta 4” das Publikum am Nachmittag bespassten, stand in diesem Jahr “Marteria” auf der Bühne und hatte ein paar nicht ganz ernst gemeinte Seitenhiebe im Gepäck. „Alle Hände hoch…äh, bei euch wohl eher alle Handys hoch“ schallte es aus den Boxen. Und mit seinem Song „Das Geld muss weg“ lag er sicherlich auch nicht falsch bei der hippen Marketing-Crowd. Am Abend trat dann noch Deichkind zum Heimspiel an und brachte die Menge zum Schwitzen, um sie am Ende des Auftritts standesgemäss mit Federn zu beschmeissen. Alles in allem mal wieder ein rundes Programm, was die Kollegen aus Hamburg da auf die Beine gestellt haben. Auch wenn nicht alle Referate gleich gehaltvoll waren, würden wir auch 2019 wieder nach Hamburg an die OMR reisen.

Fragen? Wir helfen gerne!