Skip and go to main content

Digital Marketing März 24, 2017

Brand Safety: Richtig reagieren statt Youtube-Boykott [Checkliste]

Image

Die Verunsicherung ist gross. Nachdem sich die Medienberichte zu unerwünschter Werbung vor umstrittenen YouTube-Videos häufen, ziehen Advertiser ihre Werbung vermehrt von YouTube zurück, erste Fälle gibt es auch in der Schweiz. Google hat schnell reagiert und gelobt Besserung. Doch reicht das für ein sicheres Werbeumfeld? Oder muss man Werbung auf YouTube stoppen?

Image

Download Checkliste 

Was hat Google angekündigt?

Konkret verspricht Google verschärfte Werberichtlinien, deren Einhaltung und zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten für Werbetreibende, schauen wir uns die Ankündigungen im Detail an:

  • Das kritischere Auge des YouTube Teams ist aber nicht nur auf die Vermarktungsfähigkeit der Inhalte durch Werbung beschränkt, auch die Community Guidelines, welche Inhalte auf YouTube überhaupt erlaubt sind, wurden überprüft.
  • In den kommenden Tagen und Monaten sollen Steuerung und Kontrolle der Anzeigen auf YouTube und im Google Display-Netzwerk (GDN) verbessert werden, um ein noch sichereres Werbeumfeld zu bieten.
  • Die verschärften Werberichtlinien sollen die neue Grundeinstellung sein. Neue Content-Kategorien sollen es ermöglichen, Hoch-Risiko-Inhalte als Werbeumfeld gezielter auszuschliessen. Ausserdem sollen detaillierte und verbesserte Berichte für mehr Transparenz sorgen, wo Anzeigen ausgespielt wurden.
  • Die Ausschlüsse von unerwünschten Platzierungen sollen für Werbetreibende und Agenturen einfacher werden: Bis jetzt werden Ausschlüsse pro Anzeigengruppe oder Kampagne definiert, künftig können diese mit einem Klick auf das ganze AdWords-Konto angewendet werden.
  • Weiter will Google personell ausbauen und die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz und Machine Learning nutzen, um fragwürdige Inhalte schneller zu überprüfen.
  • Und zu guter Letzt soll es einfacher werden, unerwünschte Werbeeinblendungen zu melden und in wenigen Stunden abklären zu lassen.

Unsere Meinung

Google und YouTube haben das Problem erkannt, nachdem Advertiser und Agenturen deutlich genug Zeichen gesetzt haben. Der Massnahmenkatalog ist richtig, so konkret wie er zum jetzigen Zeitpunkt sein kann und setzt an den beiden zentralen Punkten an: Es gibt ein Eingeständnis, dass die Werberichtlinien und deren Durchsetzung zu lasch waren. Und eine bessere Brand Safety ist nur mit mehr Aufmerksamkeit, mehr Personal und vor allem dem Einsatz von Machine Learning und Artificial Intelligence möglich.

Eher unverbindlich scheint das Tempo, mit dem die Massnahmen ausgerollt werden. Die Dringlichkeit und Verpflichtung ist spürbar, ein konkreter Zeitplan für die Einlösung der Ankündigungen fehlen aber noch.

YouTube-Werbung stoppen?

Ein kompletter Rückzug schiesst über das Ziel hinaus. Und zeugt auch von mangelnder Beschäftigung mit den Mechanismen von Programmatic Advertising. Die Verantwortung liegt nicht nur beim Werbenetzwerk, sondern genauso beim Advertiser und der Agentur. Und wenn man verstanden hat, wie die ungewollten Werbeplatzierungen zustande kommen, kann man etwas dagegen tun.

Unsere Empfehlung

Dialog statt Boykott. Werbetreibende und Agenturen müssen ihre Kampagnen überarbeiten, also Targeting anpassen und Ausschlüsse definieren und dann Google in die Pflicht nehmen, während Google seine Versprechungen zu Brand Safety einlöst. Unsere Checkliste hilft dabei.

 

Fragen? Wir helfen gerne!