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Justdiggit

Technologie für einen guten Zweck

Justdiggit Dept Case
80
Hektar Fläche abgedeckt
€3.30
pro gegrabenem Loch

Was entsteht, wenn man digitalen Zeitgeist und neueste Technologien für einen guten Zweck bündelt? In unserem Fall ist es ein digitaler Marktplatz, der Spender direkt mit afrikanischen Bauern verbindet. Deren harte Arbeit haucht kargem Boden wieder Leben ein.

Das Projekt

Das Klima ist eines der größten Anliegen dieser Generation. Justdiggit schult Menschen in von Dürre betroffenen Gebieten darin, an geeigneten Stellen halbkreisförmige Löcher zu graben, in denen sich Regenwasser sammelt. So wird nach einem Jahr karges Land wieder fruchtbar – ein für die lokale Bevölkerung lebenswichtiger Prozess, von dem die ganze Welt profitieren kann.

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dAS KLIMA EIN WICHTIGES ANLIEGEN DIESER GENERATION

WISSEN TEILEN UND VERBREITEN

Justdiggit hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Wissen zu teilen und die Einheimischen gleichzeitig zu unterstützen, ihre Arbeit selbstständig zu organisieren und auszuführen. Dabei helfen die Fundis, die ortsansässigen Ranger. Um das Klima nachhaltig positiv zu beeinflussen, muss Justdiggit so viele Hektar Land wie möglich wieder fruchtbar machen – und dies gelingt nur mithilfe der lokalen Bevölkerung. Justdiggit ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit auch bedeutet, die einheimischen Bauern einzubinden und sie zu einer selbstständigen Arbeit zu führen.

Für die technologische Umsetzung wandte sich Justdiggit an Dept. Depsters lieben Veränderung und die Agentur ist ein idealer Partner für die Umsetzung von sozialen und nachhaltigen Initiativen. Schnell hatte sich ein Team gefunden, um Justdiggit zu unterstützen.

 

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Marktplatz

Als Agentur kennt sich Dept mit digitalen Marktplätzen aus. In den vergangenen Jahren haben Services, wie Deliveroo, Airbnb oder Tinder, die Menschen durch die technologischen Möglichkeiten zusammenbringen, die Welt verändert. Ein direktes Zusammenführen beider Seiten ohne Vermittler hat sich dabei bewährt, weshalb sich das Team fragte, ob und wie dieses Konzept auf die Prozesse von Justdiggit angewendet werden könnte.

In einem Strategie- und Designsprint entwickelte das Team eine Plattform, die Bauern, die in geeigneten Gebieten graben möchten, mit Spendern zusammenbringt. Untersuchungen hatten ergeben, dass viele der Bauern in afrikanischen Dörfern gut vernetzt sind. Sie haben Technologien wie Festnetztelefonie und kabelgebundenes Internet komplett übersprungen und wickeln viele Geschäfte bereits mobil ab. So nutzen beispielsweise über 40% der Bevölkerung Tansanias M-Pesa für ihr Banking – in Summe entspricht das 95 Millionen mobilen Transaktionen im Monat.

Die App

So funktioniert die Marketplace App:

  • Spender können mühelos Geld per Ideal spenden.
  • Im Hintergrund werden diese Spenden automatisch mit den Bauern verknüpft, die in einem geeigneten Gebiet graben dürfen.
  • Ist ein Loch fertiggestellt, wird ein Foto davon gemacht. Dieses Foto wird von einem Fundi genehmigt, der als Kontrollinstanz fungiert, und die Transaktion wird freigegeben.
  • Der Spender erhält das Foto zusammen mit der Transaktionsübersicht. Ein Loch kostet 3.30 €, wovon der Bauer 2.02 € (55 %) erhält. Der Rest des Geldes fließt in den Erwerb von Saatgut (27 %), das Gehalt des Fundis (5 %), die Transaktionskosten (5 %) und den Schutz der Projektgebiete vor Überweidung durch Rinder (8 %). Dieses faire System ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man zusätzliche Kosten für Mittelsmänner vermeidet – Justdiggit ist lediglich der Vermittler.

Rabobank x Justdiggit

Als Partner von Justdiggit war die Rabobank bereit, diese Idee zu finanzieren. Im Gegenzug konnte sie einige neue Funktionen auch intern nutzen, beispielsweise die Anbindung an ein Sparkonto für einen gemeinnützigen Verein, den die Bank für ihre Mitarbeiter unterhält. Darüber hinaus sorgte Dept dafür, dass Justdiggit kostenlos am  Google Grants Pro Programm teilnehmen kann.

 

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DIE APP IM PRAXISTEST

Der Prototyp der App verbindet die afrikanischen Bauern mit einer Onlineplattform, auf der die Spenden eingehen. Für den Login nutzen sie ihre Telefonnummer, die in diesem Fall gleichzeitig als Kontonummer dient. Die App musste jedoch zunächst vor Ort getestet werden. Also fuhr ein kleines Team von Dept und Justdiggit nach Tansania – und musste feststellen, dass Theorie und Praxis oft stark voneinander abweichen.

Das Projekt stellte das Team vor besondere Herausforderungen: Beispielsweise musste die App vor Betrugsversuchen geschützt werden. Zudem galt es, die eingegangenen Spenden gerecht und gemäss der Kapazitäten der Bauern zu verteilen. Darüber hinaus war es teilweise kompliziert die Funktionsweise der App zu erklären – sei es aufgrund der Sprachbarriere oder einer fehlenden Internetverbindung. 

Die Insights, die Dept durch den User-Test vor Ort gewonnen hat, half uns die App stetig weiterzuentwickeln. Derzeit führt Dept beispielsweise die Abwicklung von Zahlungen über lokale Supervisoren ein.

Momentan führt Dept mit den Bauern und ausgewählten Spendern einen Beta-Test durch. Bald kann jeder von uns mit der App Spender werden!

Derzeit deckt die Beta-Version 80 Hektar Land ab, und noch 2019 wird diese Zahl erheblich steigen. Die, von den Bauern genutzte, Maßnahme hat allein in Kenia bereits 1’600 Hektar ursprünglich karges Land in grüne Landschaften verwandelt. Dank der App wird sich diese Fläche in Kenia und Tansania bemerkenswert vergrößern. Neben der Methode des Grabens von Löchern, setzt Justdiggit zusätzlich auf “Kiski Hai”. Hierbei handelt es sich um eine, von den Bauern selbst gesteuerte, natürliche Wiederherstellungsmaßnahme, um Dodoma, eine Fläche halb so gross wie die Niederlande, in grünes Land zu verwandeln.

 

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EIN PROJEKT MIT HERZ

Jedes Projekt ist besonders, aber manche sind noch etwas aussergewöhnlicher als die anderen. Mithilfe digitaler sowie technologischer Expertise haben Justdiggit und Dept eine Plattform entworfen, entwickelt und getestet, die dazu beitragen wird, die Erde nachhaltig grüner zu machen. Ein Marktplatz wie dieser ist für eine NGO bislang einzigartig – und das perfekte Beispiel dafür, wie man Technologie nutzen kann, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Hier werden Angebot und Nachfrage direkt und ohne Umwege verknüpft. Die App bedient zudem die Bedürfnisse der Sponsoren, die Ihre Spenden stets unter Kontrolle haben. Die Unterstützung der lokalen Bevölkerung macht das Projekt zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Darüber hinaus geht das Projekt weit über blosse Nächstenliebe oder Idealismus hinaus, denn es erwirtschaftet Gewinne. Kurz gesagt: Alle Beteiligten profitieren davon. 

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Diese Personen wissen alles über das Projekt